NEWS AUS ISRAEL

Israelisches Kaufhaus-Dach überrascht mit Gemüseanbau, Imkerei, Biotop und Bio-Workshops – NewsGreen

 

Der UN zufolge leben mehr als 54% der Weltbevölkerung in Städten. Die Tendenz ist steigend, bis 2050 sollen es etwa 66% sein. Damit sind wir vor viele neue Herausforderung gestellt, eine davon: Unsere Lebensmittelversorgung.

Die stetig wachsende und immer urbanisiertere Bevölkerung in der Zukunft zu ernähren ist die Motivation von LivinGreen, die 2015 auf dem Dach einer Shopping-Mall in Tel Aviv das Projekt Green in the City starteten. Im Rahmen des urbanen Agrikulturprojekts wird biologisches, günstiges Gemüse angebaut und Bewusstsein vermittelt für die Herausforderungen der Lebensmittelversorgung heute und in Zukunft. Es gibt Workshop-Angebote und Starter-Kits, um eigene hydroponische, also erdelose, Gärten zuhause anzulegen.

DIE REVOLUTION AUF DEN DÄCHERN VON TEL AVIV

Das Dizengoff Center ist die älteste Shopping Mall Israels. Auf seinem Dach werden nun zeitgleich immer siebzehn verschiedene Arten Gemüse und Kräuter angebaut, in zwei Gewächshäusern, die über eine Anbaufläche von insgesamt 750m² verfügen.

Das Gemüse wird als Samen ausgesät und in einem “Tiefwasser-Kultur-Schaumplatten-System” angepflanzt. Dabei wachsen die Wurzeln der Pflanzen durch Löcher in schwimmenden Schaumplatten ins Wasser hinein, die Platten isolieren das Wasser und schirmen das oft zu intensive Sonnenlicht ab. Eine solarbetriebene Pumpe versorgt das Wasser mit Sauerstoff, pH- und Nährstoff-Werte werden ständig überwacht, Pestizide oder chemische Düngemittel kommen nicht zum Einsatz.

Dank dieser ausgeklügelten Technik wächst das Gemüse doppelt so schnell, verdirbt seltener, und kommt, verglichen mit traditionellen Praktiken, mit erheblich weniger Wasser aus. Auf der verfügbaren Fläche kann zudem deutlich mehr angebaut werden, als es auf einem gleichgroßen Acker möglich wäre. So werden etwa 10.000 Köpfe Salat und Kräuter im Monat geerntet, und das während des ganzen Jahres.

Auf dem Dach wurde außerdem ein Garten mit Bäumen angelegt und Lebensraum für Vögel geschaffen. Es gibt eine Imkerei und sogar eine Fledermaushöhle, die den örtlichen Flughunden ein neues Zuhause bietet.

EIN VOLLER ERFOLG: DER EHRLICHKEITSSTAND

Alle Erzeugnisse der Rooftop-Farm werden günstig an lokale Restaurants oder private Haushalte verkauft. Man kann online bestellen und bekommt die Waren per Fahrradkurier geliefert. Alternativ ist das Gemüse auch direkt in der Mall erhältlich – auf unkonventionelle Weise. Der Verkauf funktioniert durch ein “Ehrensystem”: In der Mall ist ein Holzstand aufgebaut, auf dem die Ware mit Preisschildern ausliegt. Es gibt keine Verkäufer, so dass die günstigen Preise gehalten werden können. Kunden können sich selbst bedienen und das Geld in eine bereitstehende Box einwerfen – reine Vertrauensbasis also.

Lavi Kushelevich, Dozent und Projektmitarbeiter, sagt, 80% der Leute bezahlen, was sie mitnehmen, und das sei eine gute Bilanz. Aufgrund der Ehrlichkeit der Menschen und somit des Erfolgs des Standes, plant er, in Zukunft weitere Stände nach diesem Prinzip zu errichten.

DAS URBAN FARMING-KONZEPT SOLL NOCH BEKANNTER WERDEN

Kushelevich gibt auch Workshops, wie man kleine hydroponische Systeme zuhause bauen kann, dazu gibt es Starter-Kits zu kaufen, deren Erlös das Projekt weiter unterstützen. Es gibt außerdem Kochkurse und Präsentationen der Tiefwasserkultursysteme auf dem Dach, sowie zu verwandten Themen wie zum Beispiel Nährstofffilm-Technik, Aquaponiksystemen oder Biogasanlagen, die auch auf dem Dach vorhanden sind.

Neben dem riesigen Angebot an günstigem Biogemüse und lehrreichen Workshops zum Selbstanbauen, hat es Green in the City geschafft, auch wirtschaftlich nachhaltig zu arbeiten. Da das Projekt bisher so erfolgreich war, soll es nicht bei diesem einem Garten bleiben: Pläne zur Expansion – zunächst innerhalb Israels – gibt es bereits.

Copyright Foto und Text / Quelle: http://bit.ly/2s1VAfv

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