Allgemein

Die Weihnachtsgeschichte auf Jiddisch

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 5. Dezember 2017

Fast jeder kennt die von Martin Luther ins Deutsche übertragene Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 auswendig. Doch viel schöner ist die 1943 in New York von Dr. Henry Chaim Einspruch angefertigte Übersetzung in das mittelhochdeutsche Jiddisch, dem jüdischen Dialekt. Um sie dem deutschen Leser zugänglich zu machen, haben wir sie wortgetreu phonetisch von den hebräischen Lettern in lateinische Buchstaben übertragen. Um den Text wirklich zu genießen, sollte man ihn laut vorlesen. In Klammern sind deutsche Übersetzungen hebräischer Wort eingefügt:

Un es is gewenn in jäne Teg, as a Baffel is aroisgegangen fun Kesar Oigustus, as die ganze Welt soll gezeilt werren. Dos is gewenn die erschte Zälung be´es (als) Korinius is gewenn Prokurator fun Sirieh. Un alle senen gegangen sich ainschreiben, jeder einer in sein aigener Stot. Un Josef is oich aroifgegangen fun Galil (Galiläa) fun der stot Nazareth kain Jehuda, zu der stot fun Doviden, wos haist Bethlehem, worum er is gewenn fun Dovids Hois und Muschpoke, zu farschraiben sich mit Miriamen, wos is farknastet zu ihm, be´es (als) sie is gewenn me´uberes (geschwängert). Un es gewenn, be´es (als) sey sennen dort gewenn, sennen geworren ful di Teg as sie soll gebärren. As sie hot geboiren ir Son, dem Bechor (Erstgeborenen) und hot im araingelägt in windeläch un im araingelägt in a Karite, worim es is far sei nit gewenn kain Platz in der Achsanije (Herberge)

(C) Ulrich W. Sahm

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