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„From Time Immemorial“ – das Joan Peters-Projekt

Von  David Bedein  – 1. März 2018

Geoffrey Clarfield – George Orwell entwirft in seiner Dystopie, die er während des Zweiten Weltkriegs verfasste, eine totalitäre Zukunft, in der die Geschichte invertiert und die Sprache pervertiert ist. Das nennen wir heute „politisch korrekte Rede“. Daher müssen wir uns Inspirationen von jemandem holen, der im Jahr 1984 das falsche, aber politisch korrekte Narrativ annahm, dass Israel ein Besatzer von arabischem Land sei, und dass die Araber vermeintlich seit „Urzeiten“ im Land Israel gelebt haben.

1984 wurde von einer erfolgreichen und berühmten amerikanischen Journalistin, die sich auf Berichte über den israelisch-arabischen Konflikt spezialisiert hatte, ein Buch mit dem Titel „From Time Immemorial: The Origins of the Arab-Jewish Conflict over Palestine“ (Seit Urzeiten: Die Ursprünge des arabisch-jüdischen Konflikts um Palästina) veröffentlicht. Bei dieser Journalistin handelt es sich um die vor kurzem verstorbene Joan Peters. Sie begann ihre Karriere im Nahen Osten als Sympathisantin der Araber und Palästinenser. Aber je mehr sie erfuhr, desto mehr begann sie, das vorherrschende anti-israelische Narrativ, das sie in der arabischen Welt aufgegriffen hatte, in Frage zu stellen und umzudenken. Das war der Anlass, dass sie selbst zur Historikerin wurde und sich eingehend mit den britischen Archiven zum Zeitraum des Mandats von Palästina – von 1922 bis 1948 – befasste.

Ihre grundlegendste Erkenntnis war, dass ein Großteil der Araber, die westlich und östlich des Jordan-Flusses leben, von außerhalb dieses Gebiets kamen, nämlich aus der heutigen Ost-Türkei, aus Libanon, Syrien, Irak, Ägypten bis hin zu Nordafrika. Eine ihrer Hauptquellen war ein promovierter Anthropologe, der bei seinen Forschungen zu den ehelichen und verwandtschaftlichen Verbindungen unter arabischen Israelis herausfand, dass ein großes Übergewicht der arabischen Clans westlich des Jordans ihren Ursprung außerhalb des Gebietes hat.

Als sie sich in die britischen Archive vertiefte, entwickelte Peters eine These, die nachdrücklich den folgenden Standpunkt vertritt: Ungeachtet der Tatsache, dass die Balfour-Deklaration und das Mandat von Palästina darauf ausgelegt waren, durch Einwanderung von Juden aus der ganzen Welt eine unabhängige jüdische Heimat in Palästina wieder herzustellen, verfolgten die britischen Verwalter vor Ort einen anti-jüdischen und anti-zionistischen Ansatz für das Mandat und unternahmen alles Mögliche, um die illegale Einwanderung von Arabern aus den umliegenden Ländern zu erleichtern.

Peters zentrale These war ein Schlag ins Gesicht für all jene Anti-Zionisten, die behaupteten, dass die Araber von Palästina seit Jahrhunderten bzw. „seit Urzeiten“ dort gelebt hatten, was sie auch bewusst als ironischen Titel ihres Buches wählte.

Für kurze Zeit nutzten die Likud-Partei und andere Konservative der Welt ihr Buch, um aufzuzeigen, dass die meisten Palästinenser nicht im Land Israel beheimatet gewesen waren. Doch bald danach verunglimpften einige israelische Wissenschaftler, unterstützt von Noam Chomsky persönlich, Peters, indem sie behaupteten, dass ihre Forschung nur oberflächlich und ihre wesentlichen demographischen Schlussfolgerungen falsch seien.

Jüngste wissenschaftliche Forschungen zur Demographie des Landes Israel in den letzten 150 Jahren legen nahe, dass Peters Recht hatte, und dass die außerordentliche Zunahme an Arabern im Gebiet des Mandats von Palästina zwischen 1922 und 1948 zum Großteil auf die Unterstützung der Briten zurückging sowie auf die Tatsache, dass die eingewanderten jüdischen Zionisten eine dynamische Wirtschaft ins Leben riefen, die Arbeitskräfte aus den umliegenden Ländern, deren Wirtschaft stagnierte, anzog.

Im Jahr 1974 arbeitete ich als landwirtschaftlicher Volontär in einem linken Kibbutz in Israel. Ich war erstaunt, als ich herausfand, dass die Araber des benachbarten Dorfs 1922 mit allem Drum und Dran aus Ägypten dorthin gezogen waren. Damals fehlte mir noch das historische Verständnis, das ich nach der Lektüre von Peters Buch erworben hatte. Heute ist mir klar, dass dieses Dorf einen Teil einer breiteren Zuzugsbewegung von Arabern auch aus dem entfernteren Nahen Osten nach Israel darstellt, wo sie besser als ihre traditionellen arabischen Grundbesitzer behandelt wurden. Sie erhielten ein vernünftiges Gehalt und medizinische Versorgung, was ironischerweise vermuten lässt, dass sich die Araber Palästinas damit in vielerlei Hinsicht eine bessere Lebensqualität erwarben – eine bessere als die jüdischen Israelis, die dafür kämpfen und sie verteidigen mussten.

Liest man Peters Buch, gibt es viele andere Kapitel, die zu verstehen geben, dass Israel und sein Volk zu Recht dort sind und nicht durch Macht. Ein Kapitel widmet sich den persönlichen Erinnerungen von Juden aus arabischen Ländern, die von ihren Regierungen vertrieben worden sind und nach Israel gekommen waren. In den Ländern, wo sie geboren waren, hatte man ihr Geld und Eigentum beschlagnahmt, und sie durchlitten sehr oft die Gewalt von Pogromen, bevor ihnen von den verschiedenen arabischen Diktatoren gestattet wurde, sich in dem neuen Staat Israel, der Heimat des jüdischen Volkes, niederzulassen.

Neuere Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese Erinnerungen klassische Beispiele für „Dhimmitude“ sind. Damit wird eine psychische Verhaltensweise der jüdischen und christlichen Minderheiten unter dem Gesetz der Scharia und den Tyrannen der arabischen Welt beschrieben, aus der ein ängstlicher Charaktertypus entsteht, der sich erst mit den Kindern dieser Menschen ändert, wenn diese in einem freien Land wie Israel oder einer anderen englischsprachigen Demokratie geboren werden.

Trotz der Tatsache, dass die Fakten und Argumente in Joan Peters‘ Buch heute angesichts der neueren Forschung noch stärker wiegen, ist ihre Arbeit nicht weithin bekannt, schon gar nicht unter den Rabbinern der jüdischen Gemeinden. Nur selten verweisen Zionisten darauf. Viele konservative Freunde Israels wissen gar nicht davon. Es ist Zeit für eine Rehabilitation dieses Buches.

2017 war der 100. Jahrestag der Balfour-Deklaration, die zur Grundlage für das Mandat von Palästina wurde, nach dem Völkerrecht immer noch gültig ist und Israel Landrechte westlich des Jordan bis zum Meer verlieh. Wir haben eine Gruppe von Volontären engagiert, um jedes der 18 Kapitel von Joan Peters‘ Buch zusammenzufassen. Dann werden wir gleichgesinnte Wissenschaftler und Akademiker innerhalb und außerhalb Israels kontaktieren, um die Daten der 18 Kapitel zu aktualisieren. Anschließend werden wir eine aktualisierte Zusammenfassung der einzelnen Kapitel verfassen sowie eine aktuelle Bibliographie zur Untermauerung der Fakten und dann im Internet darauf verweisen.

Dann werden wir eine Reihe von Übersetzern engagieren, um dieses Projekt ins Hebräische, Arabische, Türkische, Urdu, Hindi, Französische, Italienische und Spanische zu übersetzen. Auch darauf wird dann im Internet hingewiesen. Wir hoffen, dass das Buch von Joan Peters und die aktualisierten Argumente des Buches der Öffentlichkeit die wahre Geschichte Israels vermitteln werden, wie auch seine Beziehung zu den umliegenden arabischen Gemeinden, von denen sein Israels Existenz leider immer noch bedroht ist.

Dieses Projekt entspringt den Bemühungen aufgeklärter Volontäre, und das Follow-Up wird auch Unterrichtspläne und Podcasts umfassen, die die Grundlage für den Lehrplan an weltlichen und jüdischen Schulen bilden könnten. Wir leben leider in einer Zeit, in der Unwahrheit zur Norm geworden ist. Israel wird als ein weißes, koloniales Apartheidregime von Menschen aus Europa dargestellt, die sogenannte einheimische Araber unterdrücken. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Juden sind die Urbevölkerung des Landes Israel. Joan Peters‘ Buch zeigt, dass dies tatsächlich der Fall ist, und dass die Araber die Neuankömmlinge sind.

Unserer Meinung nach wird es im Nahen Osten kaum Fortschritte in Richtung einer Versöhnung geben, bis nicht die Menschen in der muslimischen Welt Zugang zu diesen Materialien haben und dann die wahre Geschichte des Konflikts zwischen Israel und seinen muslimischen Nachbarn verarbeiten können.

Dieses Projekt zeigt, dass es keinen Frieden ohne Wahrheit geben kann. George Orwell, würde er heute noch leben, würde uns seinen Segen gegeben.

Quelle: Jüdisches Medienforum    1. März 2018 (Medienverbund  jüdischer Institutionen und NGOs)

http://israelbehindthenews.com/since-time-immemorial-joan-peters-project/16984/?utm_source=wysija&utm_medium=email&utm_campaign=ibn-today​

 

 

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